Webinar mit FGL und Grüne Kreisverband Konstanz

Am Samstag (21.03.) konnte ich mich als Kandidat für die OB-Wahl im Webinar bei der FGL (Freien Grünen Liste) und dem Grüne Kreisverband Konstanz vorstellen.

Vielen Dank für das tolle Format in Zeiten der Corona Pandemie! Meine Antworten auf die Fragen wie wir Konstanz voranbringen können, findest du hier:

Ja, unser alter Baumbestand muss soweit wie irgend möglich erhalten werden. Gerade die großen Bäume kommen besser mit den immer trockenenen Sommern klar und sorgen für ein angenehmes Mikroklima in der Stadt.
Bei Neupflanzungen müssen wir darauf achten, dass die Baumarten sich für die Stadt und unser sich wandelndes Klima eignen und auch im hohen Alter noch eine hohe Verkehrssicherheit aufweisen. So können wir verhindern, dass Bäume, wie die Hybrid Pappeln im Tägermoos, vorzeitig gefällt werden. 
Ein besonderes Anliegen ist mir aber auch ganz allgemein der Schutz der biologischen Vielfalt und dazu sind nicht nur die Bäume selbst wichtig, sondern wir brauchen dringend wieder mehr grüne Freiräume in der Stadt in der sich die Natur frei entfalten kann. Kurz: mehr Vogelgezwitscher und Schmetterlinge als Betonflächen mit Baumdekoration.

Die rund zwei Mio. Euro die uns das defizitäre Bodensee-Forum jedes Jahr kostet, könnten in der Stadt sicherlich sinnvoller investiert werden. Als Oberbürgermeister würde ich als erste Maßnahme untersuchen wo die großen Löcher sind in denen das meiste Geld versickert. Für die weitere Nutzung des Hauses möchte ich einen runden Tisch mit Bürger*innen und Veranstaltungsexpert*innen organisieren um verschiedene Ideen zu sammeln. Ich könnte mir z.B. ein saison-abhängiges Programm vorstellen, bei dem im Sommer die Fläche für unsere Gäste in Form von Ausstellungen genutzt wird und das Haus im Winterhalbjahr den Konstanzerinnen und Konstanzern für Veranstaltungen zur Verfügung steht. 

Um den Menschen Lust aufs umsteigen zu machen brauchen wir einen dichteren Takt beim roten Arnold, auch in die Teilorte. Wir brauchen endlich ein zeitgemäßes, einfaches und günstigeres Tarifsystem, am besten in der ganzen Region, und einen Ausbau der Alternativen z.B. beim Carsharing oder den TINK-Lastenrädern der Stadtwerke. Jedes Carsharing Fahrzeug ersetzt im Schnitt 15 private PKWs und könnte so helfen unsere Straßenräume zu befreien und Platz schaffen für mehr Grün- und Spielflächen. Letzten Endes muss es unser Ziel sein, Konstanz so weit es geht zu einer autofreien Stadt zu machen. Eine Entsiegelung des Stephansplatzes, der Rückbau einer Spur auf der Laube und die Entwicklung autofreier neuer Wohnquartiere z.B. auf dem Döbele oder auf dem Siemensareal sind hierzu wichtige erste Schritte.

5G ist ein komplexes Thema, bei dem derzeit noch bei zu vielen Punkten Unklarheit herrscht. Der 5G Standard ermöglicht einen sehr viel schnelleren Datenaustausch als das derzeitige 4G (LTE). So ermöglicht es Automatisierung, vor allem für die Industrie und ist eine der Technologien die derzeit für das autonome Fahren in der Erprobung sind.

Durch das Senden in einem höheren Frequenzbereich würden im Vergleich zur aktuellen LTE-Technik mehr Sendestationen benötigt, um eine flächendeckende Verfügbarkeit zu gewährleisten. Derzeit würde uns ein schneller 5G Ausbau nicht helfen bestehende Funklöcher zu schließen. Hinzu kommt Studien die die erhöhte Strahlenbelastung als gesundheitsgefährdend für Menschen einstufen, auch die Störung des Orientierungssinnes bei Insekten durch 5G wird intensiv diskutiert.. Wenn man sich dann noch die Kosten für den Ausbau anschaut (ca 500 Mrd. Euro deutschlandweit) und bedenkt, dass es derzeit keine sichere Finanzierung gibt, dann stellt sich mir die Frage, ob es sinnvoll ist Konstanz zu einem 5G Testfeld zu machen. Ich denke derzeit haben wir mit den Stadtwerken wichtigere Aufgaben zu stemmen, u.a. den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Das ist sicher eine Frage die man nicht alleine beantworten kann, so etwas muss man mit Experten und dem Krisenstab durchspielen, auch wenn man als Oberbürgermeister am Ende allein eine Entscheidung treffen muss. Ich halte es aber in solchen Situationen für sinnvoll in enger Rücksprache mit dem Land zu stehen und sich an den Vorgaben der Länder zu orientieren. Ein Blick auf China, Italien oder die USA zeigt jedoch die Notwendigkeit drastischer Maßnahmen. Aus diesem Grund halte ich das aktuelle Kontaktverbot für notwendig und sinnvoll. Ich begrüße es ebenfalls, dass man mit dieser Regelung versucht, eine endgültige Ausgangssperre zu verhindern und den Menschen weiterhin die Möglichkeit lässt, sich im Freien aufhalten, um zum Beispiel Sport betreiben zu können. Ich denke trotzdem, dass eine reale Ausgangssperre für unsere Demokratie weit weniger gefährlich ist, als z.B. der schleichende Griff des Staates nach unseren Bewegungsdaten.

Auf jeden Fall. Das Scala war eine wichtige Kulturstätte in der Konstanzer Innenstadt und hätte nicht so ohne weiteres aufgegeben werden dürfen. Als klar wurde, dass das Fortbestehen des Programmkinos auf der Kippe stand, hätte die Verwaltung schnell prüfen müssen, wie man ein so wichtiges Kulturgut direkt im Herzen der Stadt erhalten kann. Ich denke, da hätte es im Baurecht (Aufstellung eines Bebauungsplanes) auch Wege gegeben. Die FGL hatte das ja damals dankenswerterweise aufgezeigt. Ansonsten wäre die Frage gewesen ob die Stadt am bestehenden Ort oder einem Ausweichstandort selbst in ein solches Kulturangebot hätte investieren können.
Die 7000 Unterschriften starke Petition zum Verbleib des Scala hat auf jeden Fall deutlich gezeigt, dass ein großes Interesse der Bürger am Erhalt des Kinos vorhanden war. Ich hätte in jedem Fall versucht, einen geeigneten Ersatzstandort für den neuen Drogeriemarkt zu finden.
Der Fall Scala zeigt aber auch, daß wir bei allen Neuentwicklungen, z.B. auch am Döbele oder am Brückenkopf Nord von vornherein sicherstellen müssen, dass neue Kulturangebote dauerhaft gesichert sind.

Als ehemaliger Waldorfschüler und während meiner Schreinerlehre in zwei Berufsschulen habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass zu viel Differenzierung nicht gut ist und weiß wie viel wir voneinander lernen können, wenn die Stärkeren mit den Schwächeren gemeinsam lernen. Und oft sind diese Rollen, je nach persönlicher Neigung, ja auch ganz unterschiedlich verteilt. Daher halte ich Gemeinschaftsschulen grundsätzlich für sinnvoll und unterstützenswert. In den Details gibt es sehr viel Feinheiten, die abgewogen und justiert werden müssen, damit das gemeinsame Lernen tatsächlich gelingt. Das sehe ich auch in meiner Arbeit bei der Planung von den dazugehörigen Schulgebäuden immer wieder.

Im Dienstleistungsbereich gilt es, wo immer möglich, Arbeitsprozesse so zu gestalten, dass sie online, aus dem Home Office, funktionieren. Die aktuelle Krise zeigt aber vor allem erschreckend wie verletzlich wir gegenüber globalen Lieferketten sind. Es ist wichtig, dass wir diesen Weckruf jetzt nutzen um Produktionen wieder lokaler aufzustellen. Wir müssen weg von einer globalen Arbeitsteilung, hin zu regionalem Wirtschaften. Das ist sowohl nötig um unsere heimische Wirtschaft weniger anfällig für globale Krisen zu machen, als auch um unsere Klimaziele zu erreichen. Dies gilt besonders für alle existenziellen Güter und natürlich die Lebensmittelversorgung und ist ein Prozess der jetzt beginnen muss und nicht erst nach dieser Krise.

Die Probleme die wir nun erleben treffen aktuell den Großteil der Welt und wir werden alle in der nächsten Zeit auch zu anderen Städten und Ländern schauen müssen um die besten Ideen aus der Welt aufzugreifen um die Konstanzer Wirtschaft bei diesem Wandel zu unterstützen.

Für die bestehenden sozialen Probleme gibt es aktuell bereits eine Reihe sehr sinnvoller Hilfsangebote, wie z.B. die telefonischen Seelsorge oder die Einkaufshilfen die Menschen zeigen, daß sie nicht alleine gelassen werden. Solche Programme müssen natürlich ausgebaut und erhalten werden. Es ist wichtig, dass wir nun ein digitales soziales Netz aufspannen, damit sich kein Mensch alleine gelassen fühlt. Besonders schwierig ist diese Situation für Menschen die Zuhause kein Internet haben. Hier könnte man womöglich mit Briefaktionen aushelfen. Auf längere Sicht muss man auch darüber nachdenken ob es verantwortbar ist, dass einzelne Seelsorger mit genügend Abstand direkt im persönlichen Gespräch menschlichen Kontakt wiederherstellen.

Während der Corona-Pandemie werden wir natürlich ohne physischen Kontakt, über Telefon und das Internet interaktiv mit den Bürgern und Gruppen der Stadt zu kommunizieren. Videokonferenzen sind dabei eine gute Möglichkeit um sich live auszutauschen und Fragen zu beantworten. Zu den drängendsten Themen der Stadt möchte ich kurze informative Videoclips erstellen, die dann über meine Website und Social Media Kanäle abrufbar sind. Für alle, die nicht über diese Mittel verfügen werde ich versuche ich meine Visionen auch über die Presse zu vermitteln. So müsste es, trotz der Umstände gut möglich sein, ein Bild meiner Visionen und Ideen für Konstanz zu vermitteln.

Sollte es die Situation erlauben, und persönliche Treffen wieder möglich sein, möchte ich zusätzlich Gesprächsformate in der Stadt organisieren. Informationen zu meinem Wahlprogramm wird es zudem auch in Form von Flyern und Plakaten geben.

Um die Energiewende zu realisieren werden wir in großem Maße den Gebäudebestand energetisch sanieren müssen. Dies sind Projekte von denen unsere Stadt finanziell stark profitieren könnte. So gibt es aktuell auf Bundeseben große Förderprogramme um die Sanierungsrate zu steigern. Durch das Abrufen dieser Programme und die Ansiedlung neuer Unternehmen aus diesem Bereich könnte es gelingen in großem Maße Bundesmittel nach Konstanz zu holen. Damit diese Programme, die sich in der Regel stark für die Hausbesitzer lohnen, genügend gesellschaftliche Akzeptanz finden, dass die Sanierungsrate tatsächlich wie vorgesehen steigen wird, werden wir die Aufklärung und Kommunikation über diese Programme deutlich erhöhen müssen und auf der anderen Seite in großem Stil Handwerksbetriebe und Unternehmen der Energiewende nach Konstanz holen.

Auch bei anderen Maßnahmen, wie z.B. der Verkehrswende oder der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum unterstützen wir damit die heimische Wirtschaft. Laut dem Fachkräftemonitoring von 2018 fehlen der heimischen Wirtschaft, vor allem Möglichkeiten zum attraktiven und günstigen Pendeln in die Stadt. Soll heißen: Ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, von bezahlbarem Wohnraum und von Möglichkeiten zur Kinderbetreuung. Als Stadt sehe ich unsere Aufgabe darin, genau diese Punkte anzugehen. Und wenn wir bessere Bedingungen für unsere Unternehmen schaffen, dann können wir, wenn andere Möglichkeiten der Finanzierung ausgeschöpft sind, auch den Gewerbesteuersatz moderat anheben.

Im Bereich der Verkehrswende sollten wir über eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung nachdenken. Dies ist rechtlich derzeit wohl nicht flächendeckend machbar, Potenziale müssen aber geprüft werden. An die Stelle des stark subventionierten Anwohnerparkens stellen erste Städte jetzt bereits Modelle wie eine monatliche Parkgebühr um die wahren Kosten besser abzubilden und Mittel in in den Ausbau flächensparender Alternativen wie den Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehr, investieren zu können. Eine bessere Bahnanbindung, ein neu gestaltetes Bahnhofsumfeld und eine Innenstadt ohne täglichen Verkehrskollaps schaffen aber auch für unseren Einzelhandel ein besseres Umfeld. Gerade mit dem GA oder dem Halbtax bietet sich Konstanz so auch für Gäste aus weiter in der Schweiz gelegenen Gebieten als attraktiver Einkaufsstandort an.Beispiele aus anderen Städten in denen dem Umweltverbund (Fuß, Fahrrad, Bus) mehr Raum gegeben wurde zeigen, dass in diesen Fällen die Einnahmen der Einzelhändler steigen.

Meine Idee von der Laube ist, dass wir von den derzeit drei Autospuren, auf der Seite zur Innenstadt eine Fahrspur zurückbauen. Den neuen Freiraum können wir dann nutzen um die Laube als attraktiven grünen Boulevard zu entwickeln, auf dem Cafés, Bistros und ganz neue Frei(zeit)räume entstehen können. Damit werten wir das Stadtbild deutlich auf und unterstützen den Einzelhandel. Und wir zeigen auf, was für Potentiale in unserer Stadt schlummern wenn wir uns trauen beim Verkehr neue Wege zu beschreiten. Wenn wir die öffentlichen Räume die aktuell meist dem Auto gehören wieder den Menschen zurückgeben.
Zusammen mit dem autofreien Stephansplatz wird so viel neuer Grün- und Freiraum für alle Konstanzer*innen geschaffen.

Ich halte das momentane Schubladendenken für nicht zielführend. Letztlich geht es uns doch fast allen darum den Charakter unserer Heimat zu erhalten und unsere Stadt gleichzeitig fit zu machen für die Aufgaben der Zukunft. Und wir haben alle, unabhängig aus welchem “Lager” in Konstanz in den letzten Jahren eine Entwicklung beobachten müssen, die in wichtigen Bereichen nicht gut für unsere Stadt war. Wir müssen Konstanz wieder zu einer lebenswerten Stadt für alle Bürgerinnen und Bürger machen, sonst bleibt am Ende keine lebendige Stadt sondern nur noch Betongold mit Seeblick für Reiche. Achtsamkeit prägt mein Handeln und entspricht, denke ich, dem Wunsch vieler Konstanzer*innen.

Ich habe keine klassische Verwaltungs- und Führungserfahrung, habe aber in den letzten Jahren immer wieder Menschen für eine gemeinsame Sache begeistern können und habe, auch in vielen Einzelgesprächen immer wieder Menschen motivieren und ihnen Mut geben können weiter zu machen. Genau diese Fähigkeiten möchte ich auch in das Amt des Oberbürgermeisters einbringen. Denn nur wenn wir die Menschen für die vor uns liegenden Aufgaben begeistern, werden wir es schaffen Konstanz in zehn Jahren zu einer Stadt zu machen auf die unsere Kinder stolz sein können. Klimapositiv, weltoffen, sozial und all das ohne ihren ganz eigenen Charakter zu verlieren.

Zwischen dem Amtsantritt und der Wahl liegen ja zwei Monate. Während dieser Übergangszeit werde ich mich regelmäßig mit den Fraktionen zusammensetzen und mit den in der Stadtverwaltung Beschäftigten treffen und natürlich auch mit dem amtierenden Oberbürgermeister, um so meinen Aufgaben ab Tag eins bestmöglich nachkommen zu können. Wie bei jeder neuen Aufgabe wird die Anfangszeit aber sicher auch eine intensive Zeit der Einarbeitung sein. Um die Übergangszeit so gut wie möglich nutzen zu können, mache ich mich schon jetzt mit den allgemeinen Abläufen der Stadtverwaltung vertraut. Außerdem bin ich dabei, mich mit der aktuellen Gemeindeordnung und den verschiedenen Gesetzen im Sozial-, Verwaltungs- und Personalwesen auseinander zu setzen.

Die Frage, nach der Klimaschädlichkeit von Streaming-Angeboten ist eine gute Frage.  Immerhin sind Videos laut Statista für knapp 60 % des weltweiten Datenverkehrs verantwortlich (1). Streaming könnte damit schon heute doppelt so viele CO2 – Emissionen wie der internationale Flugverkehr erzeugen. Die eigentliche “Klimaschädlichkeit” liegt dabei hauptsächlich im Betreiben der jeweiligen Rechenzentren und Server, auf denen die Daten gespeichert sind und dem damit verbundenen Stromverbrauch. Mit einer steigender Anzahl an gespeicherten Daten (Mehr YouTube-Videos, ein größeres Netflix-Angebot) steigen damit auch die Stromkosten – sollte man meinen. In den letzten 10 Jahren hat sich die Last auf Rechenzentren ungefähr versechsfacht mit einer 25-fachen Steigerung der Speicherkapazität von Servern (2). Eine kürzlich erschienene Studie zeigt jedoch, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren innerhalb der letzten Jahr im Schnitt um etwa 25 % zurückgegangen ist (3). Das lässt sich durch eine höhere Effizienz neuer Prozessoren und verbesserte Kühlsysteme erklären, deren Abwärme zusätzlich genutzt werden kann. Aktuelle Zahlen zeigen z.B. dass Netflix im Jahr 2019 0,018 Megatonnen CO2 verursacht hat. Zum Vergleich, der Internationale Flugverkehr lag dagegen bei 915 Megatonnen CO2 (4). Die CO2 Intensität von Streaming-Angeboten wird also oft überschätzt. Hinzu kommt, dass immer mehr Rechenzentren mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Die Energiewende wirkt sich also auch hier positiv auf die CO2 Bilanz aus, im Luftverkehr ist so eine Entwicklung dagegen noch gar nicht abzusehen.
Trotzdem sehe ich gerade bei vermeidbaren Streaming-Nutzungen Handlungsbedarf. Eine Fußball-Liveübertragung wäre per “klassischem” Fernsehen sicher sehr viel energiesparender zu genießen. Auch daher erachte ich es als sinnvoll an, 5G erstmal nicht in Konstanz auszubauen.
Eine 3-Personen-pro-Computer-Regel ist in Zeiten von Corona aber sicher sinnvoll 😉 

Damit Konstanz seinen Teil Beiträgt, dass wir global die überlebenswichtige 1,5 Grad Grenze einhalten, müssen wir als Stadt innerhalb der nächsten 10 Jahre, also bis 2030 klimaneutral, besser noch klimapositiv sein. Klimapositiv bedeutet, dass die umliegende Natur mehr CO2 aufnimmt, als wir in Konstanz ausstoßen.
Damit das gelingen kann müssen wir innerhalb dieser Dekade die Energie-, Wärme- und Verkehrswende in Konstanz realisieren. 

Das bedeutet, dass wir auf alle Dachflächen auf denen es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist Solaranlagen bauen. Damit können wir in etwa die Hälfte unseres aktuellen Stromverbrauchs decken.  Um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen: In Konstanz gibt es momentan eine größere Firma, die Solaranlagen installiert (Sunny Solar). Um innerhalb der nächsten 10 Jahre alle Dachflächen mit PV zu bestücken brauchen wir in etwa 20 solcher Firmen. Natürlich können auch Firmen von außerhalb diese Aufgaben übernehmen aber da diese Aufgabe ja auch bundesweit gelöst werden muss werden wir viele neue Betriebe benötigen die uns bei der Energiewende helfen, Gebäude energetisch sanieren und Heizungsanlagen austauschen. 

Um die Restenergie zu decken, die wir nicht durch Reduktion unseres Energieverbrauchs und Bestückung der Dachflächen mit PV-Anlagen erzeugt bekommen werden wir uns nach anderen erneuerbaren Energiequellen umschauen müssen. Möglichkeiten dazu wäre z.B die Beteiligung der Stadtwerke an einem Windpark im Landkreis Konstanz oder auf der schwäbischen Alb. Hierzu müssen jedoch auf Bundes- und Landesebene zum Teil noch die Rahmenbedingungen geändert werden. Hier wäre auch eine Power to Gas Anlage als Ergänzung denkbar um Überschüsse aus dem Windstrom in leicht speicherbares Gas umzuwandeln.

Um unseren Gebäudebestand fit für die Zukunft zu machen, müssen wir den Großteil unserer Gebäude energetisch sanieren und nahezu alle fossilen Heizungen durch erneuerbare Wärmequellen ersetzen. Ein kleiner Teil der aktuellen Gasheizungen wird womöglich mit erneuerbar hergestelltem Gas weiterbetrieben werden können. Die aktuelle Sanierungsrate von ca. 1% muss schnell auf nahezu 10% verzehnfacht werden. Auch hierzu werden wir in großem Maße entsprechende Handwerksfirmen ansiedeln müssen. Das neu entstehende Gewerbegebiet auf dem Flugplatzgelände möchte ich nutzen um hier als Mischgebiet (Wohn- und Gewerbegebiet) zukunftsfähige Unternehmen anzusiedeln die uns bei den anstehenden Aufgaben unterstützen können. Dadurch kann es uns auch gelingen die großen Förderprogramme zur energetischen Sanierung und zur Energiewende, die aktuell auf Bundesebene vorhanden sind, abzurufen und so einen Teil dieser Fördergelder als Gewerbesteuereinnahmen nach Konstanz zu holen.

Desweiteren möchte ich, gemeinsam mit Handwerkskammer, IHK, HTWG, ISC und weiteren regionalen Akteuren ausloten welche innovativen Lösungen wir noch anwenden können um diese große Herausforderung zu meistern. Eine Möglichkeit wäre die vermehrte Nutzung des Bodensees als Wärme- und Energiespeicher.

Der dritte große Punkt ist die Verkehrswende. Also der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr. Dafür ist es nötig bestehende Mobilitätskonzepte weiterzuentwickeln und unsere Stadt in den nächsten zehn Jahren so weit wie möglich autofrei zu machen. Für Konstanz bedeutet dies, den öffentlichen Nahverkehr, besonders den roten Arnold, zu stärken, Fahrradstraßen auszubauen und so Lust aufs Umsteigen zu machen.

Konkret wollen wir: 

  • den ÖPNV und Fahrradwege rasch ausbauen
  • Die Teilorte durch den ÖPNV stärker anbinden (tagsüber im 15-Minuten-Takt und eine gute Anbindung bis in die Nacht)
  • Mehr Fahrradstellplätze an den Schulen, Bahnhöfen und im gesamten Stadtgebiet bauen
  • Busse für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahren) kostenlos machen
  • Eine günstige Dauerfahrkarte für den ÖPNV einführen (z.B. ein 180 Euro Jahresticket). Und das Ticketsystem (am besten auch in der Region) vereinfachen.
  • Die Fahrradstraße vom Zähringerplatz bis zur Universität weiterführen
  • Das Carsharing Angebot ausbauen
  • Den Stephansplatz begrünen
  • Eine der zwei stadtseitigen Fahrspuren der Laube zurückbauen. Den neuen Freiraum wollen wir nutzen, um  mehr Grün zu schaffen und neue Cafés und EInzelhändler anzusiedeln.

Um all diese Entwicklungen, sei es Verkehrswende oder Energiewende zu realisieren, ist es unabdingbar, dass wir dafür die Menschen begeistern und sie mitnehmen. Dazu werden wir die Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung deutlich stärken müssen. Mehr dazu findet ihr hier.

Wir müssen die Möglichkeiten sich in jungen Jahren mit der eigenen Idee selbstständig zu machen vereinfachen. Das heißt wir müssen günstige Räume bereitstellen, idealerweise als Coworking Space. Wir müssen dabei die Möglichkeiten zur Vernetzung deutlich ausweiten, das heißt wir müssen Orte schaffen, an denen sich Menschen mit Ideen gegenseitig begegnen können und ihre Ideen austauschen. Ich schlage deshalb vor neue CoWorking angebote gleich so zu entwickeln, wie es auch in anderen Städten und am freien Markt geschieht, ergänzt durch andere Nutzungen die dieses Ziel unterstützen. Das könnte z.B. ein angeschlossenes Café sein, das auf die Bedürfnisse von StartUps und CoWorking-Nutzern ausgerichtet ist und eine angenehme Arbeitsatmosphäre und auch zufällige Begegnungen und Austausch ermöglicht. Darüber hinaus müssen wir noch niedrigschwelliger beratend zur Seite stehen um aufzuzeigen, z.B. wo und wie man Bundesfördermittel beantragt oder welche Herausforderungen es beim Schritt in die Selbstständigkeit zu meistern gilt. Und natürlich müssen wir dauerhaft bezahlbaren, spekulationsfreien Wohnraum schaffen, damit junge Menschen auch eine Perspektive sehen mit ihrem Unternehmen und ihrer Familie in Konstanz zu bleiben.Das sagen übrigens nicht nur StartUps sondern auch unsere bestehende Wirtschaft.

Wir haben aktuell in vielen Bereichen ein gutes Kulturangebot. Dennoch haben wir in den letzten Jahren einige wichtige Freiräume und kulturelle Räume verloren. So haben wir z.B. durch den Verlust des Scala-Kinos keine kulturellen Angebote mehr an dem zentralen Platz der Stadt – der Marktstätte. Durch den Abriss und Neubau des Café Mondials verliert Konstanz ein weiteres Stück an Subkultur. Wichtig ist, dass wir einerseits auch solche “nicht-klassischen” Kulturstätten erhalten und auf der anderen Seite auch neue Kulturangebote für alle schaffen. So mangelt es aktuell zum Beispiel sehr an einem attraktiven Kulturangebot im rechtsrheinischen Konstanz, Zebra Kino, Kulturladen oder KiKuz sprechen sehr gezielt ihr Publikum an, was fehlt ist ein Kulturangebot für alle. Wir schlagen deshalb die Einrichtung eines zweiten Kulturzentrums, ähnlich dem am Münster, im Bereich Fürstenberg/Wollmatingen vor. Als offenen und ganzjährig nutzbaren Freizeitraum für alle. Ergänzt werden muss das Bibliotheksangebot durch zeitgemäße Nutzungen wie es in anderen Städten bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Vom Gaming Room mit ausgesuchten Spielen bis zum Makerspace und einem Café mit bezahlbaren Preisen und ohne Verzehrzwang ist hier vieles denkbar. Wichtig ist dabei auch viele kleine Orte der Kommunikation und des gemeinsamen Erlebens zu schaffen. Das Personal, gemeinsam mit Ehrenamtlichen, könnte, ähnlich wie es seit neuestem in Hamburg praktiziert wird, als Ansprechperson für ganz verschiedene Fragen zur Verfügung stehen: von der Hilfe beim Bewerbungsschreiben bis hin zur Betreuung einer Lerngruppe für Zugewanderte. Kurz: ein Haus für alle und alle Lebenslagen.

Auch das Vereinsleben ist wichtiger Teil unserer Kultur. Diesem wollen wir mit einem Haus der Vereine ebenfalls einen Ort der Begegnung und des Austauschs bieten.

Ich denke die letzten acht Jahre haben klar gezeigt, dass Uli Burchardts Verständnis von Nachhaltigkeit nicht dem allgemeinen Prinzip entspricht der Nachwelt möglichst wenig Probleme zu hinterlassen. Die meisten Konstanzer*innen haben dies, denke ich, auch bemerkt. Der Wohnungsmarkt wurde in den letzten Jahren immer mehr der Immobilienwirtschaft überlassen. Die Folgen spüren wir schon heute und die Preise steigen so rasant an, dass Familien und selbst Normalverdiener am freien Markt keine Chance haben eine bezahlbare Wohnung zu finden. Der Klimaschutz wurde erst durch Fridays for Future, sieben Jahre nach dem Amtsantritt von Herrn Burchardt zum Thema. Und auch das dramatische Artensterben ist, so Burchardt, überhaupt keine Aufgabe die es auch in der Stadt zu lösen gilt.
Wir brauchen aber keine Politik mit grünem Anstrich, sondern mutige, nachhaltige und zukunftsorientierte Lösungen die uns und unseren Kindern eine sichere Zukunft ermöglichen. Es ist also höchste Zeit für einen Politikwechsel auch im Amt des Oberbürgermeisters und dafür stehe ich als unabhängiger Kandidat.